Autor Faulkner, William rororo Zeitung/extra
  USA | Nobelpreis 1950
Titel Licht im August
Originaltitel Light in August
   
Umschlaggestaltung Gröning, Karl jr.
Pferdmenges, Gisela
rororo Taschenbuch Ausgabe ohne Nummer
ohne Leinenrücken
  einmalige Sonderausgabe zum 100. Geburtstag von Ernst Rowohlt am 23. Juni 1987
 
366 Seiten
dt. Erstausgabe Hamburg: Rowohlt, 1935 (EA)
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Zu Beginn dieses Romans macht sich ein junges Mädchen auf, ihren Geliebten zu suchen. Am Ende, zwei Monate später, hat sich ihr Schicksal in der Begegnung mit einem anderen Mann erfüllt, aber das Chaos sündhafter Verstrickungen, in das sie auf ihrem Weg gerissen wird, entläßt sie wieder fast unbeirrt. Aus losen Verknüpfungen, aus verhängnisvollem Zufall wächst unerbittliche Fügung. Der Verdacht des dunklen Blutes macht aus dem alltäglichen Schicksal des Findlings Christmas eine abgründige Existenz, die sich in einem blinden, tollkühnen Amoklauf in die Vernichtung stürzt. Zwischen Schwarz und Weiß, für die es keine Versöhnung in seiner Umwelt gibt, bekennt sich der von Zweifeln Gepeinigte mit selbstzerstörerischer Konsequenz zur Schattenseite seines Wesens und macht sich zum Gefäß eines unbegreiflichen Schicksals, dem keine menschliche Kraft Einhalt gebieten kann. Das Dunkel, das Faulkner in diesem großen, dynamisch-tragischen Roman beschwört, ist in seinen Tiefen von der prometheischen Fackel der Wahrhaftigkeit geheimnisvoll durchleuchtet. Faulkner bezeugt hier erneut sein geniales Verständnis der letzten Gründe und Abgründe menschlichen Seins.
William Faulkner wurde am 25. September 1897 in New Albany im Staate Mississippi geboren. Sein Vater war Schatzmeister der Staatsuniversität von Oxford, die der Sohn nach Rückkehr aus dem Ersten Welttkrieg, an dem er in der kanadischen Luftwaffe teilnahm, in den Jahren 1919 bis 1921 besuchte. Frühe Förderung verdankte er Sherwood Anderson, der die Veröffentlichung seines Heimkehrerromans «Soldatenlohn» (1926) durchsetzte. Faulkners eigenwillige und schwierige, von Poe, Conrad und Joyce beeinflußte psychologisierende Erzählkunst, die er in den späteren Romanen «Sartoris» (1929; rororo Nr. 5618), «Schall und Wahn» (1929) und «Als ich im Sterben lag» (1930) entwickelte, fand zunächst kaum die gebührende Beachtung. Ein als Reißer geschriebener Roman «Die Freistatt» brachte ihm dann 1931 überraschenden literarischen Erfolg. Mit balzacscher Leidenschaft zum Epischen entrollte er schließlich in seinen großen Romanen «Licht im August» (1932; rororo Nr. 1508), «Wendemarke» (1935), «Absalom, Absalom!» (1936), «Das Dorf» (1940), «Griff in den Staub» (1948), «Requiem für eine Nonne» (1951), «Eine Legende» (1954), «Die Stadt» (1957) und «Das Haus» (1959) eine weiträumige, zyklenhafte Chronik vom stolzen Glanz und tragischen Verfall der Südstaaten - Vergangenheit und Gegenwart, Bürgerkriegsgeschichte und Rassenkonflik in die Dimension des Mystischen hebend. 1950 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen. William Faulkner starb am 6. Juli 1962 in Oxford/Mississippi.
In der Reihe «rowohlts monographien» erschien als Band 300 eine Darstellung William Faulkners mit Selbstzeugnissen und Bilddokumennten von Peter Nicolaisen, die eine ausführliche Bibliographie enthält.