Autor Rowohlt Taschenbuch Verlag (Hrsg.) rororo extra 1956
   
Titel Was sie schreiben - Wie sie ausssehen
   
   
Umschlaggestaltung Gröning, Karl jr.
Pferdmenges, Gisela
rororo Taschenbuch Ausgabe Sonderausgabe (für 50 Pfennig)
  herausgegeben zum 200. Band der rororo-Taschenbücher
Autorenportraits und Verzeichnis der bisher erschienen rororo Taschenbücher.
Auflage(n) 1.-50. Tsd. 10/1956
 
70 [nicht paginierte] Seiten
dt. Erstausgabe Hamburg: Rowohlt, 1956
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Bücher sind das beste Mittel, Menschen kennenzulernen. Aber der Leser eines Buches sucht darin nicht nur die Menschen kennenzulernen, die es beschreibt, sondern auch den Autor, der sie beschrieb. Sicher genügt es für den Kenner der Literatur, eine Seite der Prosa Balzacs zu lesen, um sich über den Charakter dieses Dichters klar zu sein. Der Stil lügt nie. Doch die rororo-Taschenbuchserie ist nicht nur für die Kenner der Literatur gedacht, sondern gerade für alle die, welche wünschen, sie kennenzulernen. Zweihundert Bände sind in dieser Serie nun erschienen: sie stammen von 132 Autoren. Um den Eindruck abzurunden, den der Leser dieser Bücher von den Autoren gewonnen hat, soll er jetzt erfahren, «wie sie aussehen und was sie (sonst noch) schrieben». Sie seien hiermit dem Leser vorgestellt.

Die Lektüre dieser Autorenporträts reizt zu kleinen statistischen Anstrengungen. Nicht weniger als zwölf dieser Autoren sind Träger der höchsten Auszeichnung, die für Autoren überhaupt vergeben werden kann, des Nobelpreises für Literatur. 51 der Autoren schreiben in deutscher Sprache. Es scheint dies alles in allem eine gute Mischung, um deutsche Leser mit dem Lesestoff der Welt bekannt zu machen. Zwei Dinge aber sind wohl allen diesen Autoren gemeinsam: einmal ergeben ihre Lebensläufe, daß keinem von ihnen an der Wiege gesungen wurde, sie würden einst gerade in der Literatur zu Rang und Würde aufsteigen. Alle haben sich zuerst auf allen möglichen Schlachtfeldern des Lebens getummelt, bevor der Funke der Begabung durch die Kruste der Konventionen schlug und fortan ihr Leben bestimmte. Und dann: jeder einzelne dieser Autoren ist in seiner Art, in seiner Sparte, in Form, Stil oder Thematik der bedeutendste, hat auf seine eigene Weise einmal gesagt oder getan, was vor ihm kein anderer gesagt oder getan hat. Alle zusammen spiegeln die moderne Weltliteratur und legen beredtes Zeugnis ab für die Vielschichtigkeit des menschlichen Geistes.