Autor Rowohlt Taschenbuch Verlag (Hrsg.) rororo extra 1954
   
Titel Was sie schreiben - Wie sie ausssehen
   
   
Umschlaggestaltung Gröning, Karl jr.
Pferdmenges, Gisela
rororo Taschenbuch Ausgabe Sonderausgabe (gratis)
  herausgegeben zum 100. Band der rororo-Tschenbücher
Autorenportraits und Verzeichnis der bisher erschienen rororo Taschenbücher.
Auflage(n) 1.-125. Tsd. 01/1954
 
100 [nicht paginierte] Seiten
dt. Erstausgabe Hamburg: Rowohlt, 1954
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Bücher sind das beste Mittel, Menschen kennen zu lernen. Aber der Leser eines Buches sucht in diesem nicht nur die Menschen kennen zu lernen, die es beschreibt, sondern auch den Autor, der sie beschrieb. Sicherlich genügt es für den Kenner der Literatur, ein Gedicht von Goethe oder eine Seite seiner Prosa zu lesen, um sich über den Charakter Goethes im Klaren zu sein. Der Stil lügt nie. Aber die rororo-Taschenbücher-Serie ist nicht nur für die Kenner der Literatur gedacht, sondern gerade für alle diejenigen, welche wünschen sie kennen zu lernen. Hundert Bände sind in dieser Serie nun erschienen, sie stammen von 76 Autoren, von denen die meisten mit nur einem Titel vertreten sind, neun mit zwei Titeln oder Doppelband, der Rest mit mehreren Titeln. Den Eindruck abzurunden, den der Leser dieser Bücher von den Autoren gewonnen hat, soll er nun erfahren, "wie sie aussehen und was sie (sonst noch) schrieben". Sie seien hiermit dem Leser vorgestellt.
     Die Lektüre dieser "Autorenporträts" reizt zu kleinen statistischen Anstrengungen. Nicht weniger als zehn dieser Autoren sind Träger der höchsten Auszeichnung, welche für Autoren überhaupt vergeben werden kann, des Nobelpreises für Literatur. Zweiunddreißig der Autoren sind Deutsche, von denen wiederum zwölf zwar aus dem deutschen Sprachraum stammen, jedoch nicht oder nicht mehr die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Es scheint alles in allem dies eine gute Mischung, um deutsche Leser mit dem Lesestoff der Welt allmählich bekannt zu machen. Zwei Dinge aber scheinen allen diesen Autoren gemeinsam zu sein: Einmal ergeben ihre Lebensläufe, daß es keinem von ihnen sozusagen an der Wiege gesungen wurde, sie würden einst gerade in der Literatur zu hohen Rängen und Würden aufsteigen. Alle haben sich zuvörderst auf allen möglichen Schlachtfeldern des Lebens getummelt, bevor das Fünklein der Begabung durch die Kruste der Konventionen schlug und ihr Leben fortan bestimmte. Und dann: Jeder einzelne dieser Autoren ist in seiner Art, in seiner Sparte, in Form, Stil oder Thematik der bedeutendste, hat auf seine eigene Weise einmal gesagt oder getan, was vor ihm keiner gesagt oder getan hat. Alle zusammen stellen einen Querschnitt durch die moderne Weltliteratur dar, der dem Leser vorerst einmal dienen mag.