Autor Sartre, Jean-Paul rororo #59
  Frankreich | Nobelpreis 1964
Titel Das Spiel ist aus
  Les jeux sont faits
Übersetzung Dürr, Alfred
Umschlaggestaltung Gröning, Karl jr.
Pferdmenges, Gisela
rororo Taschenbuch Ausgabe 59
  In einmaliger Sonderausgabe zum 100. Geburtstag des Verlegers Ernst Rowohlt am 23. Juni 1987 neu aufgelegt.
Auflage(n) 1.-50. Tsd. 08/1952
200. Tsd. 05/1957
 
133 Seiten
dt. Erstausgabe Hamburg: Rowohlt, 1952 (dt. EA)
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Jean Paul Sartre, der bedeutendste und aktivste Vertreter des modernen geistigen Frankreich, wurde 1905 als Sohn eines Marineoffiziers in Paris geboren, besuchte die Ecole Normale Superieur und übernahm zunächst Lehrämter an Gymnasien, in Le Havre, Laons und Paris. Seine ersten Veröffentlichungen sind psychologische Studien über die Einbildungskraft und die Welt des Gefühls. Kritische Essays in der Nouvelle Revue Francaise, die später in verschiedenen Bänden gesammelt wurden, machten ihn literarisch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Auf sein eigentliches philosophisches Anliegen wiesen der Roman "Der Ekel" und der Erzählungsband "Die Mauer" hin, die das Ausgesetztsein des Menschen und sein Verhalten in einer absurden Welt darstellen. Aus deutscher Kriegsgefangenschaft entlassen, schloß Sartre sich der französischen Untergrundbewegung an und erregte mit seiner berühmten Orestie "Die Fliegen" Aufsehen, einem Dreiakter, dessen wahre Tendenzen seinerzeit der deutschen Zensur hinter antikem Gewand verborgen blieben. Gleichzeitig erschien sein grundlegendes philosophisches Hauptwerk "Das Sein und das Nichts", das bald die lebhaftesten Diskussionen hervorrief und in dem er im Gegensatz zum christlichen Determinismus die totale Freiheit und die totale Verantwortung des freien Menschen in der Welt verkündete. Alle folgenden dramatischen, epischen und essayistischen Veröffentlichungen dienen der Ausdeutung und Erweiterung dieses philosophischen Gebäudes. Hierzu gehört auch die große Roman-Tetralogie "Die Wege der Freiheit", von der bisher die ersten drei Bände "Zeit der Reife", "Der Aufschub" und "Der Pfahl im Fleische" vorliegen. Von den Dramen wurden inzwischen "Die respektvolle Dirne" und "Die schmutzigen Hände" verfilmt. Das hier vorliegende erzählende Filmdrehbuch gab die Basis für ein filmisches Meisterwerk Jean Delannoy's, das in der ganzen Welt Aufsehen erregte.
   Auch hier wieder, ähnlich wie in seinem Stück "Bei geschlossenen Türen", projiziert Sartre den Schatten des Lebens über den Tod hinaus in eine transzendente Region. Zwei scharf entgegengesetzte Gestalten, Mann und Frau, Rebell und Aktivistengattin, Revolutionär und Dame der Gesellschaft, sterben zu gleicher Stunde durch Gewalt, begegnen sich, in einer Welt der Schatten, verlieben sich bis zu dem gewagten Ausspruch "Ich gäbe meine Seele, wenn ich um Deinetwillen noch einmal leben dürfte". Sie dürfen leben. Die Uhr des Schicksals wird zurückgestellt unter der Bedingung, daß, sie sich vorbehaltlos der Liebe ergeben, um derentwillen ihnen das Leben wieder verliehen wurde. Aber die Vergangenheit stellt ihre Forderungen und sie verlieren das zweite Leben an der Unfreiheit des ersten.