Autor Hemingway, Ernest rororo #5
  USA | Nobelpreis 1954
Titel Fiesta
  The sun also rises
Übersetzung Horschitz-Horst, Annemarie
Umschlaggestaltung Gröning, Karl jr.
Pferdmenges, Gisela
rororo Taschenbuch Ausgabe 5
  Kleines Format 11.5 x 17.5 cm
Spätere Auflagen im größeren Format mit 175 Seiten.
In einmaliger Sonderausgabe zum 100. Geburtstag des Verlegers Ernst Rowohlt am 23. Juni 1987 neu aufgelegt.
Auflage(n) 1.-50. Tsd. 07/1950
188. Tsd. 11/1955
 
179 Seiten
dt. Erstausgabe Hamburg: Rowohlt, 1932
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Dieser 1926 in USA erschienene, inzwischen weltberühmt gewordene erste Roman des amerikanischen Erzählers und Meisters der Kurzgeschichte ist der "verlorenen Generation" des ersten Weltkrieges ausdrücklich gewidmet. Dennoch wird sich in ihm heute nach 25 Jahren auch die Jugend des letzten Krieges in ihrer Verlorenheit wieder erkennen. Unter der Sonne Frankreichs und Spaniens führen die Gestalten Hemingways zwischen Whisky und Liebe als Außenseiter des bürgerlichen Lebens, in das sie der Tod wieder entließ, eine die nackten Freuden des Daseins suchende, schweifend-ausschweifende Existenz. Das Pariser Nachtleben, der elegante Mußiggänger-Luxus von Biarritz und die Stierkampf-Fiesta in den Pyrenäen versetzen die Handlung in ein farbig-bewegtes erzählerisches Klima. Aber hinter dieser hektischen Buntheit und dem Taumel der Boheme, die im allgemeinen Ausverkauf der Ideale auf die bankrotte bürgerliche Moral pfeift, offenbart sich die ganze Fragwürdigkeit allen persönlichen Glücks. Der Tod, dem sie soeben erst entkommen sind, hat diese Menschen für immer gezeichnet. Sein dunkler Schatten liegt über der Liebe des Journalisten Jake zu Brett, der weltenbummlerischen Aristokratin. Nach seiner Kriegsverletzung kann er die Geliebte nicht mehr männlich besitzen und sie, die nur ihn begehrt, versucht verzweifelt ihre Liebe im Rausch des Flüchtigen zu betäuben. In diesem Schicksal erhebt der Dichter die Anklage der Jugend gegen ihre Väter, die den Krieg heraufbeschworen oder zuließen. Keiner dieser Verlorenen spricht davon, ihre brüchige Existenz zeugt einfach gegen den Krieg, wie das Opfer gegen seinen Mörder. Aus der schonungslosen, zugleich aber auch verhaltenen Erzählweise Hemingways spricht ein tragisches Wissen, das diesen Roman indirekt zu einem Meisterwerk gegen den Krieg erhebt, ohne ihn auch nur mit einem Wort zu erwähnen.
   Der als Sohn eines Arztes am 21. Juli 1898 in Oak Park / Illinois geborene Dichter nahm am spanischen Bürgerkrieg und an beiden Weltkriegen teil. Seine Romane "In einem andern Land" und "Wem die Stunde schlägt" gewannen ihm Weltruf. Er vollendete soeben einen Roman aus der italienischen Nachkriegszeit und schreibt seit 6 Jahren an einem großangelegten Romanwerk, in das seine Erlebnisse an fast allen Fronten des letzten Krieges Eingang finden werden. Im Rowohlt Verlag erscheint in Kürze unter dem Titel "49 Stories" eine Gesamtausgabe der Erzählungen des Dichters.